Thema / Kategorie: Fußball

VfB 2020: Nein, kein Umbruch

von |    11. Oktober 2020 , 06:00 Uhr

Wir sind es gewohnt: spätestens zum Saison-Beginn oder zum Trainerwechsel im November nach dem obligatorischen Augsburg-Spiel steht beim VfB ein Umbruch oder Neustart an. Ich weiß es genau, dass ich diesbezüglich nicht mehr zu schnell begeistert und gutgläubig sein soll. Das erste und letzte Mal in den letzten Jahren begeisterte mich der Umbruch auf der Mitgliederversammlung 2013, als Bernd Wahler VfB-Präsident wurde und alles zumindest theoretisch gut klang. In der Folgezeit wurde nahezu jährlich ein Neuanfang oder Umbruch ausgerufen oder zumindest behauptet, dass „jeder Stein umgedreht werde“.

Diesmal ist allerdings tatsächlich alles anders wie die Jahre zuvor und ich kann es gar nicht mal an einem Datum festmachen, wann dieses VfB-Feeling zuletzt dermaßen überzeugend und identifizierend da war. Natürlich war da 2007 die Meisterschaft – ein unfassbares Gefühl und dazu auch noch irgendwie unerwartet. In der Folge verstand es die Club-Führung allerdings nicht, einen solchen Zwischenerfolg in langfristigen Erfolg zu münzen. Unglückliche Entscheidungen, Pech und eine gewisse Selbstüberheblichkeit beförderten den VfB in eine Abwärtsspirale, die m.E. bis heute anhielt. In den Jahren um 2009 herum waren die größten Aufreger beim sog. schwierigen Umfeld, dass entweder die Hin- oder die Rückrunde vergeigt wurde. In Foren war zu lesen, dass der VfB jährlich Meister werden und absteigen könnte, wenn man die Saisons ganzjährig zählen würde.

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Der VfB im Liga-Vergleich

von |    8. Juni 2019 , 07:28 Uhr

Die Ausgliederung bringt Geld und sollte den VfB an die Spitze der Liga führen. Es kam anders. Die Anteile der VfB Stuttgart 1893 AG, die verkauft werden sollen, belaufen sich auf ca. 100 Mio. €. Doch reicht das auch generell, um den VfB an die Big Player der Bundesliga heranzuführen?

Der VfB hat laut transfermarkt.de einen Kader-Gesamtwert von 127 Mio. € (inkl. Benjamin Pavard mit 30 Mio. €) – im Liga-Vergleich ist das ein Wert, der in etwa den Summen der Absteiger entspricht. Hannover 96: 89,10 Mio. €, 1. FC Nürnberg: 55 Mio. €.

Der SC Freiburg mit 115 Mio. €, der FC Augsburg mit 119 Mio. € performt in etwa auf einem Level mit dem VfB Stuttgart. Beide Vereine waren ja u.a. Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Der FC Schalke mit 211 Mio. € ebenfalls.

Vergleicht man diese Werte jetzt mit der Spitze der Bundesliga, so findet man dort auch die Kaderspitzenwerte: FC Bayern mit 751 Mio. €, Borussia Dortmund mit 608 Mio. €, RB Leipzig mit 476 Mio. € und Bayer 04 Leverkusen mit 413 Mio. €.

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Was hat dich bloß so ruiniert?

von |    31. Mai 2019 , 19:02 Uhr

Der VfB ist 2016 kurz und schmerzlos abgestiegen. Nur drei Jahre später erwischt es den Club wieder – wenn auch dieses Mal mit bangem hoffen und Leiden bis zur letzten Spielminute über die Relegation.

Vor einigen Jahren sahen die Mitglieder schon Probleme innerhalb der Strukturen des VfB. Die Vereins-Oberen greifen zu sehr ins operative Geschäft ein, planen für einen Fußball-Verein völlig falsch und setzen auch bei Transfers aufs falsche Boot. Hatte man vor einigen Jahren noch zumindest die Chance, sich mit dem Instrument des e.V. zu wehren, nämlich der Mitgliederversammlung (MV) – so ist diese Chance inzwischen abgewählt. Mehrheitlich. Vom allerdümmsten Kalb.

Auf die Besetzung des Aufsichtsrats oder Vorstands der AG hat die Mitgliederversammlung keinen direkten Einfluss mehr.

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