8. Juni 2019 , 07:28 Uhr
von Marc Eggert

Die Ausgliederung bringt Geld und sollte den VfB an die Spitze der Liga führen. Es kam anders. Die Anteile der VfB Stuttgart 1893 AG, die verkauft werden sollen, belaufen sich auf ca. 100 Mio. €. Doch reicht das auch generell, um den VfB an die Big Player der Bundesliga heranzuführen?

Der VfB hat laut transfermarkt.de einen Kader-Gesamtwert von 127 Mio. € (inkl. Benjamin Pavard mit 30 Mio. €) – im Liga-Vergleich ist das ein Wert, der in etwa den Summen der Absteiger entspricht. Hannover 96: 89,10 Mio. €, 1. FC Nürnberg: 55 Mio. €.

Der SC Freiburg mit 115 Mio. €, der FC Augsburg mit 119 Mio. € performt in etwa auf einem Level mit dem VfB Stuttgart. Beide Vereine waren ja u.a. Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Der FC Schalke mit 211 Mio. € ebenfalls.

Vergleicht man diese Werte jetzt mit der Spitze der Bundesliga, so findet man dort auch die Kaderspitzenwerte: FC Bayern mit 751 Mio. €, Borussia Dortmund mit 608 Mio. €, RB Leipzig mit 476 Mio. € und Bayer 04 Leverkusen mit 413 Mio. €.

Dabei fällt auf, dass der VfB in Sachen Transferbilanz in der letzten Saison mit -29 Mio. € neben dem VFL Wolfsburg mit -35 Mio. € die höchste Summe innerhalb der Liga investiert hat. Die ersten vier Spitzen-Teams der Liga weisen hierbei Gewinne von +7 Mio. € (RB Leipzig) und +74 Mio. € (FC Bayern) aus.

Angesichts dieser Zahlen klingen die oben angesprochenen 100 Mio. € nach wenig Kapital um genau dort anzugreifen, wo der VfB urpsrünglich hin wollte: An die Tabellenspitze der Bundesliga. Es scheint allerdings möglich zu sein, sieht man sich die Entwicklung bei der Eintracht Frankfurt an. Der Kaderwert wuchs hier von der Saison 17/18 zur Saison 18/19 von 82 Mio. € auf 289 Mio. € an. 200 Mio. € Wert-Zuwachs innerhalb einer Saison. Der VfB müsste 50% seiner Anteile verkaufen, um ein solches Kapital generieren zu können – oder eben schlau investieren. Ein Kaderwert zum Abschluss einer Saison gibt demzufolge auch die eigentliche Qualität der geleisteten Transfers an und weniger das investierte oder zur Verfügung stehende Geld.

Fazit: Der VfB benötigt unbedingt mehr Transfers der Art Pavard und kann sich keine Spieler für viel Geld leisten, die „quer im Stall stehen“. Der Verein wird m.E. nicht wertvoller durch mehr zur Verfügung stehendes Kapital, sondern durch erfolgreiche Transfers, deren Einnahmen im Anschluss wiederverwendet werden können.

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